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Donnerstag, 31. Mai 2012

Sommer-Kulturwochen in Bremerhaven


(Bremerhaven) Von Mitte Juni bis Mitte Juli finden die Leher Sommer-Kulturwochen im Bremerhavener Stadtteil zum zweiten Mal statt. Unter dem Motto „Entdeckungen - Auf ins Quartier“ wurde von einem Team des Kulturbüros Lehe ein starkes Programm entwickelt. Zwei Schwerpunkte haben die Organisatoren gesetzt: 1. Kreatives-Leben-Lehe und 2. Unterwegs-durch-Lehe.
Es wird eine ganze Reihe Theater Veranstaltungen geben. Kindertheater für Kinder ab 2 Jahren unter dem Titel Tongestalten gibt das HELIOS Theater Hamm ein Gastspiel. Mit einem Theater-Projekt für die schon älteren Kinder ab 7 und 15 Jahren wird mit „daheim & unterwegs“ in zwei Gruppen die eigene Identität erforscht. Dieses Projekt wird von der „Türkisch-islamischen Gemeinde zu Bremerhaven e.V.“ und dem Verein „Rückenwind für Leher Kinder“ mit der finanziellen Unterstützung von „Aktion Mensch“ durchgeführt. Das Stadttheater Bremerhaven beteiligt sich in Kooperation in zwei Projekten: „Arm aber sexy“ ein Klassenzimmerstück, und „Haltlos“ eine Poetry-slam-Tanz-Film-Performence von Laura Schulze. Das afz TAPST macht in Zusammenarbeit mit der Anne-Frank-Schule und der Pestalozzischule sowie mit der Marktschule und der Humboldtschule zwei Tanz-Projekte die sich um Körpererfahrungen mit Gleichgewicht und Balance drehen.
Unter den orangenen Lampen des Altstadtrundweges wird es an 33 Spots kleine kurze theatrale, musikale und tänzerische Auftritte geben. Auf dem „Pausenhof“ in Lehe gibt es den Dokumentarfilm „11 Leher - 11 Fragen“ der auch im Container Lutherstraße/Ecke Stormstraße und im Radio Weser.TV zu sehen sein wird.
Eine besonders nette Idee dürfte wohl die Konzertreihe „Musik im Wohnzimmer - Lehe lädt ein“ darstellen. Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber im Goethe-Quartier öffnen die Türen und lassen Musiker aller Genres in den eigenen vier Wänden ein Konzert spielen. Von Kammermusik über Jam-Session, Weltmusik, Techno, Garagen-Jazz, Pop, Hip-Hop, Soul, Rock und Experimentellem sind alle Stilrichtungen vertreten. Der Eintritt ist frei.
Das Kreativ-Programm wird mit Lesungen abgerundet. Dabei wird unter anderem die „Odyssee“ von Homer im Studio des Radio Weser.TV von abends 18:00 bis morgens 8:00 von mehreren Interpreten gelesen.
„Unterwegs-durch-Lehe“ ist eine Reihe von Veranstaltungen die die Bindung mit dem Quartier intensiviert. Die ESG Lehe macht zwei Führungen, (Der Altstadtrundweg und Die Aue) mit Hans-Richard Wenzel. Die Geschichtswerkstatt Lehe verbindet zahlreich Geschichten aus dem Stadtteil mit einer Stadtteilführung. Etwas zum schmunzeln dürfte dann die Führung durchs Goethe-Quartier vom Verein „Alles gelogen“ sein. Da werden die wahren Geschichten und die wahre Geschichte des Viertels in Lehe aufgeklärt. Es wird ein „Kriminelles Duett“ geben bei dem die fiktionalen Geschichten mit dem realen Ermittlungssituationen verbunden werden. Das Leher Sommerradio macht ein „mobiles Bürgerradio vor Ort“. Bürgerinnen und Bürger werden zu zwei Themen animiert. 1. „Geheime Orte im Stadtteil - Spurensuche“ und 2. „Radiogrüße aus der Nachbarschaft - von mir zu dir“. Außerdem wird es in den verschiedenen Ortsteilen Lehes noch einige Feste geben.
Ein sehr ambitioniertes Programm erwartet die Einwohner und alle die den Stadtteil von der schönen und lebendigen Seite kennen lernen möchten.
In Kürze gibt es ein Extrablatt Kultur-News Printausgabe No.: 005 für die Leher Sommer-Kulturwochen die an vielen Stellen in Bremerhaven ausgelegt wird. Tagesaktuell wird es hier viele Berichte, Termine und Informationen geben.
Für weiterführende Informationen der einzelnen Organisationen, Initiativen,Gruppen und Vereine wird hier eine Linkliste eingerichtet. Für die Inhalte der Seiten auf die die Links verweisen ist nur der oder die Betreiber der jeweiligen verlinkten Seiten verantwortlich. 


Mittwoch, 30. Mai 2012

Schnürschuh Theater spielt Theresia Walser


(Bremen) „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ lautet der Titel der Inszenierung bei der drei Nazigrößen-Darsteller in einer Talkshow aufeinander treffen. Das als Komödie bezeichnete Stück von Theresia Walser wurde am Schnürschuh Theater von Kurt Wobbe inszeniert. Der berühmte Hitler-Darsteller Frank Prächtl wird von Claus Franke gespielt, der zweite Hitler-Darsteller Peter Söst von Mathias Hilbig und der Goebbels-Darsteller Ulli Lerch von Pascal Makowka.
Die drei Darsteller des Bösen warten auf den Moderator der Talkrunde. Sie sollen als Spezialisten für das Rollenfach „Nazigröße“ darüber sprechen, wie es ist, den Diktator zu mimen. Sie beginnen zu plaudern über ihr Metier, verhasste Regisseure, unfähige Kollegen sowie über ihre Figuren und die Darstellbarkeit des Bösen.
Was auf der Bühne stattfinden darf und was nicht, wird unfreiwillig zu einem urkomischen und höchst amüsanten Glaubenskrieg und einer mehr oder weniger selbstkritischen Auseinandersetzung mit dem Theater und Schauspielberuf. Es darf gelacht werden, heißt es in der Ankündigung vom Schürschuh Theater.
Die nächsten Vorstellungen sind am 02. + 03., 15. + 16. so wie am 29. Juni 2012. Karten gibt es unter 0421 - 555 410

Dienstag, 29. Mai 2012

The Rainbow Loop - Judy Millar


(Otterndorf) Noch bis zum 14. Juni 2012 kann man die Ausstellung von Judy Millar - „The Rainbow Loop“ im Museum gegenstandsfreier Kunst sehen. Die Öffnungszeiten des Museums in der Marktstraße 10, 21762 Otterndorf sind Di. - Fr. von 10:00 bis 13:00 und 15:00 bis 18:00 so wie Sa. + So. von 15:00 bis 18:00.
In ihrer Ausstellung zeigt Judy Millar eine Einzelarbeit die einen schlingernden Prozess eines einzelnen malerischen Bildes beschreibt, seine digitalen Reproduktion, dessen Ausbreitung und Überhöhung im Raum. Hieraus entstand ein Werk das Innen und Außen und Anfang und Ende in Frage stellt, es tanzt und rollt sich durch den Ausstellungsraum, es verändert unsere Wahrnehmung und lädt uns ein, eine zeitlich begrenzte verdrehte Welt zu erfahren. So hinterfragt es, wie wir unsere körperliche und mentale Existenz in Einklang bringen, wie wir unterscheiden zwischen Illusion und Realität und wie wir einen Zusammenhang formen aus der Vielzahl unserer allein bruchstückhaften Wahrnehmung. (aus der Ausstellungsankündigung)
Judy Millar ist in Auckland in Neuseeland geboren arbeitet dort und in Berlin. Von 1989 bis 2010 wurde sie mit den folgenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet: Tokaroa Art Award Winner; Italian Government Post-Graduate Scholarship; Moet and Chandon Fellowship, Avize, France; Wallace Art Award Paramount Winner; Artist in Residence Dunedin Public Art Gallery; McCahon House Residence; ISCP Residence, New York. Die 1957 geborene Künstlerin ist bereits mit zahlreichen Ausstellungen International in Erscheinung getreten.

Sonntag, 27. Mai 2012

Eröffnung JadeWeserPort


(Schilda) Am 05. August 2012, da komme was wolle, wird der JadeWeserPort eröffnet. Die Eröffnungsrede soll von Freiherr Baron von Münchhausen gehalten werden, der mit glühendem Enthusiasmus und schönsten Farben die erfolgreiche Bauphase darzustellen vermag.
Beim Fest der Einweihung spielen Gerüchten zu Folge die „Einstürzenden Neubauten“, eine Berliner Rockband um den Leadsänger Blixa Bargeld die sich vor allem mit experimeteller Musik einen Namen gemacht haben.

Die Entstehungsgeschichte und die reibungslose Bauabwicklung liest sich wie die Erfolgsstory erster Klasse. Es wird eine Kooperation mit der Baufirma Hochtief AG vermutet seitdem bekannt wurde, dass 5000 m2 (entspricht 250 LKW-Ladungen je 40 Tonnen) Erdreich im Untergrund der Containerstellfläche Löcher hinterlassen. Nur gut das nicht die Firma Billfinger Berger am Bau beteiligt war die bereits 2009 in Köln ein ganzes Stadtarchiv im Erdboden unwiederbringlich versenkte.  Nach einem starken Regen könnte die Containerstellfläche wie eine Berg- und Tallandschaft in künstlerischer Anlehnung an den Bildern und Bauwerken Friedensreich Hundertwassers aussehen. Jedenfalls wird vermutet der Künstler Hundertwasser, der über rudimentäre Kenntnisse in der Architektur verfügen soll, habe ein Beratungshonorar in Höhe mehrere Aufträge zur Gestaltung von Güterbahnhöfen bekommen. 
Wie vom Wissenschaftlichen Informationsdienst bekannt gegeben, ist eine wirtschaftliche Nutzung des JadeWeserPort nur pro forma vorgesehen. In erster Linie ginge es beim JadeWeserPort um eine Wette zwischen zwei Politikern die beweisen wollten, dass ein Termin eingehalten werden könne, koste es was es wolle. In Kooperation mit der Universität Göttingen wird eine Forschungsreihe ausgewertet die die Handlungsformen der rechten und linken Hirnhemisphären bei wichtigen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Entscheidungen erforscht. Leider haben die ersten Erkenntnisse ergeben das einige hohe Entscheidungsträger nur über eine linke Hirnhälfte verfügen, die bekanntlich für die rationalen Entscheidungen steht. Die rationalen Entscheidungen konnten somit nicht mit der rechten Hirnhälfte abgeglichen werden, die für Sinn und den gesunden Menschenverstand steht. Diese bahnbrechenden Erkenntnisse werden nun an der Goethe Universität in Frankfurt am Main am Lehrstuhl für Chaosforschung ausgewertet. 
Beim JadeWeserPort muss in jedem Fall von einem christlichen Bauwerk gesprochen werden meldete der Vatikan in einer Stellungnahme. Hier sei in vorbildlicher Form die Methode von „Hoffen und Beten“ praktiziert worden. Dazu sprach der Dalai Lama mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (was wohl im lat. soviel wie „Der Engel der Makel“ bedeuten soll“) nicht Christentum sondern Zen-Buddhismus sei die tragende Philosophie dieser Massnahme, denn es sei gar nicht so wichtig was am Ende rauskommt, viel mehr sei der Weg bereits das Ziel. In einer Séance wurde Heinz Erhardt um eine Stellungnahme gebeten. Sein Kommentar: „Noch´n Gedicht!“ Vermutlich spielte Erhardt damit auf die in der Region mustergültigen Unternehmungen wie das Mediterraneo oder Space-Center oder auf andere überregionale Großprojekte z.B. wie Stuttgart 21 an.
In Bremerhaven, auf der gegenüberliegenden Weserseite des JadeWeserPort, soll ein Offshore-Terminal für die Windenergiebranche gebaut werden. Es haben sich wieder die üblichen verdächtigen beworben um dieses Bauwerk zu realisieren. Wieder mit dabei ist auch die Firma Hochtief AG die noch immer an dem Jahrhundertbauwerk „Hamburger Philharmonie“ ihre Fähigkeit unter Beweis stellt. Bei diesem Prestigeobjekt gibt es bekanntermassen so lange Baupausen das man einen Offshore-Terminal zwischenzeitlich zu erledigen können glaubt. Ein Sprecher aus der Hamburger Bürgerschaft der nicht näher genannt werden möchte berichtete, man denke im Senat über eine Umbenennung nach. Entweder solle nur die Schreibweise in „Disharmonie“ oder „Vielerleiharmonie“ geändert werden, oder, weil es sich um die Realisierung des Turmbau zu Babels handele, in „Kakophonie“. In Anlehnung an dieser Namensgebung wird auch an der Weser über einen griffigeren Namen nachgedacht. Der JadeWeserPort könnte ein Abenteuerspielplatz sein und das Offshore-Terminal, in Anlehnung an den nordeutschen Dichter Theodor Storm, „Der Schimmelreiter“ getauft werden.  Es soll bereits im Bremerhavener Rathaus eine Liste ausliegen in der man sich als Deichopfer eintragen lassen kann.
Was noch streng geheim, und nur hinter vorgehaltener Hand als Gerüchten auf den Fluren der Entscheidungsträger kursiert, ist, der JadeWeserPort könne auch alternativ in eine Weser Lagune umgewandelt werden. Alles für den Tourismus!

Samstag, 26. Mai 2012

Kultur- und Kreativpiloten gesucht


(Hannover) Der RKW Niedersachsen ruft Unternehmen, Projektgruppen und EinzelkämpferInnen in den Ländern Bremen und Niedersachsen auf, sich um die Auszeichnung „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ zu bewerben. Alle die Kunst, Kultur und Kreativität unternehmerisch denken,sind herzlich dazu eingeladen. Bewerbungsschluss ist Sonntag der 15. Juli 2012.
Im vergangenen Jahr sind 600 Bewerbungen eingegangen. Das ist dem RKW nicht genug. Bewerben kann man sich unabhängig davon ob das Unternehmen bereits besteht, die Idee noch bebrütet wird, oder das Produkt schon am Markt erfolgreich ist - was zählt sind Originalität und Charme des Vorhabens und ein ausgeprägter Unternehmergeist.
Den 32 Preisträgern winken neben dem öffentlichkeitswirksamen Titel individuelle Coachings mit Experten und erfahrenen Unternehmen der Branche - für ein ganzes Jahr und speziell für das eigene Projekt. Gemeinsame Workshops mit allen Preisträgern sollen die eigene Unternehmensentwicklung befeuern und zusätzlichen fachlichen Input aus allen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft geben. Die „Kultur- und Kreativpiloten“ bekommen kein Geld, sondern das Know-how, es selbst zu verdienen - selbständig und nachhaltig.
Die Auszeichnung wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und den Beauftragten für Kultur und Medien vergeben. Sie ist Bestandteil der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung.
Die Bewerbung ist einfach und unbürokratisch zu stellen. Es reichen drei Seiten, auf denen die Idee oder das Unternehmen anschaulich und überzeugend beschrieben werden. Eine Seite Lebenslauf runde die Sache ab. Wer will kann auch einen 30 Sekunden-Videoclip beifügen. Alle Informationen und das Formular für die Bewerbung sind abzurufen auf: www.kultur-kreativpiloten.de 

Freitag, 25. Mai 2012

Lena Henke - Core, cut care


(Oldenburg) Der Oldenburger Kunstverein eröffnet am Freitag 01. Juni um 19:30 die Ausstellung „core, cut, care“ von Lena Henke. Die Begrüßung erfolgt durch Gertrude Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Kunstvereins. Einführende Worte sprechen die Künstler Max Brand und Felix Riemann. Gegen 21:00 gibt es ein Konzert „Angel´s Voice“ von Benjamin Saurer und Heike Staudacher.
Nach „Hang Harder“ im Neuen Aachener Kunstverein präsentiert Lena Henke den zweiten Teil ihres Ausstellungsdoppels im Oldenburger Kunstverein, Am Damm 2 a, unter dem programatischen Titel „core. cut, care“. Konkret wie abstrakt werden etablierte Konzepte von Räumlichkeit, Inszenierung und Materialität buchstäblich entkernt, zerstückelt und neu zusammengefügt. Lena Henkes Projekt widerspricht dem allgemeinen Rhythmus und der zwanghaften Originalität des zeitgenössischen Kunstbetriebs. Das Material dieser Ausstellung ist das Produkt der ersten Ausstellungssituation in Aachen.
Unter dem Titel „Treffpunkt aktuelle Kunst“ gibt es zur Ausstellung weitere Angebote. Am 24. Juni und 29. Juli jeweils um 16:00 wird eine Führung durch die Ausstellung mit Melanie Kahl, M.A. angeboten. Ein vertiefendes Seminar zur Ausstellung leitet PD Dr. Susanne Kolter in Kooperation mit der VHS Oldenburg unter dem Titel „Zugänge zur zeitgenössischen Kunst“ am 10. Juni 2012. Eine kostenfreie Einführung für Kunsterzieherinnen und -erzieher ist für den 05. Juni 2012 um 17:00 vorgesehen.
Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 29. Juli 2012, Di. - Fr. 14:00 bis 17:00 und Sa. + So. 11:00 bis 17:00.  Weitere Infos auf www.kunstverein-oldenburg.de 

Donnerstag, 24. Mai 2012

Von vor und nach dem Brand - Helmut Bellmann


(Jaderberg) Am 4. Mai war die Ausstellungseröffnung mit Bildern aus fünf Jahrzehnten im Künstlerhaus Jan Oeltjen e.V.  Volker Maeusel sprach die einführenden Worte. Die von der Gertrud und Hellmut Barthel Stiftung geförderte Ausstellung kann noch bis zum 02. September besucht werden.
Rund 50 Bilder hängen von Helmut Bellmann im Künstlerhaus unter dem Titel „Von vor und nach dem Brand“ Der Titel ist der Sammlung von Prosastücken Theodor Fontanes entnommen, in der sich der Schriftsteller mit dem Phänomen des Massentourismus unbefangen und neugierig näherte. Er hatte erkannt dass das Exotische als alleiniges Motiv ausgedient hatte. Die Reise stand somit als singulärer Moment nur noch in einem überzeitlichen Zusammenhang und war in einen Prozess von Übergang und Ablösung begriffen. Ein solch sigulärer Moment, der sich als Katastrophe auswirkte, traf Helmut Bellmann 1993, als sein Wohnhaus abbrannte. Die eklatanten unvermeidlichen Lücken in der Präsentation seines Werkes sind durch diesen Brand entstanden.
Uneinheitlich sind die Landschaften, unterschiedlich die Techniken mit denen Bellmann die visuellen Reize abarbeitet, die ihn bewegen. Da ist die hingeworfene Skizze, groß ausgearbeitete Ölbilder, Aquarelle und Gouachen, es finden sich Materialmixe und Collagen. Manches scheint sich eher an der Miniatur zu orientieren anderes lässt die Nähe zur Vedute ahnen. Zeichnerische Genauigkeit gibt stets zu erkennen, wird den Werken aber nicht gerecht die tiefer greifen. Farbigkeit und Abstraktion lassen keinen Gedanken an Dokumentation der Motive aufkommen.
Farbenfreude bis zur Eruption gesellt sich zum Hinterfragen des individuellen Kunstwerks durch Schablonentechnik. Helmut Bellmann der als Kunstlehrer am Jade-Gymnasium mit Kindern und Jugendlichen im Kontakt oder Konflikt der Generationen stand hatte auch Antworten anzubieten auf die Frage nach dem Sinn der Kunst. Die Spraydose als dem Pinsel ebenbürtiges Werkzeug, Graffiti als akzeptierte Plattform zum Transport künstlerischer wie sozialer Inhalte fügen sich in sein Werk ganz natürlich ein.
Die „Macher“ im Künstlerhaus Jan Oeltjen haben ganz bewusst und unbeeinflusst aus der überquellenden Menge an Exponaten die ausgestellten Bilder gewählt, die den Künstler Helmut Bellmann ausmachen. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog der im Künstlerhaus für 10,-€ zu erwerben ist. Das Künstlerhaus Jan Oeltjen in der Bahnhofstraße 4 ist Fr. bis So. von 15:00 - 18:00 und nach telefonischer Vereinbarung geöffnet.  www.jan-oeltjen.de 

Zwei Stunden um Mord und Rache „Die Orestie“ im Theater Bremen


(Bremen) Das Schauspiel Bremen zeigt in einem spannendem Kraftakt „Aischylos - Die Orestie“ in der freien Übertragung von Walter Jens, Regie von Alice Buddeberg, Bühne und Masken von Sandra Rosenstiel, Kostüme von Martina Küster und Musik von Stefan Paul Goetsch. Eine starke Ensemble Leistung die zu Recht mit starkem Beifall bedacht wurde.
Die Handlung ist recht vereinfach so: Agamemnon opferte seine Tochter Iphigenie für den Trojafeldzug. Bei seiner Heimkehr erfährt er, seine Frau Klytaimestra brach mit Aigisth die Ehe. Sie tötet Agamemnon. Ihr Sohn Orest nimmt Jahre später Rache und tötet sie. Doch kann Mord mit Mord gesühnt werden?
Mit dieser Frage ist die Verbindung zu Gegenwart hergestellt. Bei Aischylos wird die causa vor die Erinnyen gebracht. Deren Entscheidung endet mit Stimmengleichheit und Orest wird frei gesprochen. (In dubio pro reo?!) Athene spendete ihnen einen Kult und die zürnenden Erinnyen wandelten sich zu gütigen Eumeniden. Von nun an wird Recht nicht länger von den Göttern gesprochen sondern es ist Aufgabe des Staates: Halleluja! Halleluja?
Kann der Staat besser Recht sprechen als die Götter? Zwei Nachrichtensprecherinnen treten auf und berichten den Ablauf des Trojanischen Kriegs, aus der Sicht Spartas und aus der Sicht Trojas. Die Nachrichten fliegen gleich Wutbeschuldigungsfetzen über die Ägäis. Jede Tatsache ist in der Nachricht zur Auslegungssache geworden. Man könnte denken, die Menschen selbst sind es die das Leben auf der Erde so unerträglich machen. Und darin liegt eine Stärke der Inszenierung: Man wird wirklich erregt sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Dem Schauspiel Ensemble muss man großes Lob aussprechen. Das Stück hat eine Spieldauer von zwei Stunden. Das ist mehr als eine Blasenlänge nach Hitchcock. Und dieses mehr erfordert ein enorm spannungsreiches Schauspiel; das Publikum muss vergessen woher es kam, und dass es im Theater sitzt. Dieser Kraftakt ist gelungen. Sicherlich gelang dies weil die Regisseurin Alice Buddeberg die richtige Rhythmik, und ein dynamisches Spiel gefunden hat, gespickt mit prägnanten und dennoch einem Klassiker angemessen zurückhaltenden Charakteren. 
Überragend im Spiel Varia Linnéa Sjöström als Kassandra mit riesiger Schaumstoffmaske. Die Vielschichtigkeit der Kassandra wird durch ihr Spiel mit den verstellten Körper Proportionen eindrucksvoll sichtbar, die mythologische Gestalt spricht aus der Ewigkeit. Das ist Schauspielkunst wie sie selten erlebt werden kann. Franziska Schubert steht dem nicht viel nach in der Rolle der Elektra. Sie wandelt sich von der schnoddrigen Göre zur erkennenden Tochter hin zur emanzipierten auf ihr Recht pochenden erwachsenen Frau.
Bei so vielen Hingemeuchelten muss ein Wort über Blutvergießen gesagt werden. Hier hat Alice Buddeberg eine sehr schöne Lösung gefunden. In der Mitte über der Bühne ist ein Auslass. Darunter finden sich die Sterbenden ein und werden mit einer Flut von schwarz gefärbtem Wasser im Moment des Sterbens rein gewaschen. Denn auf der Familie des Agamemnon lastet der Fluch des Tantalos bis in die fünfte Generation. Die Tötungen sind also nicht allein menschliche Niedertracht, sie liegen auch im unergründlichen Bereich des Schicksals. Die Viktimologie hat noch keinen Einzug in der Rechtsprechung gefunden, doch im Theater haben wir die Gelegenheit über die Grenzen von Schuld und Sühne hinaus zu schauen. Buddeberg bietet auf vielen Ebenen die Gelegenheit sich ein eigenes Urteil über die Staatsgewalt zu bilden ohne die Rechtsordnung gleich ins Wanken zu bringen.
Unbedingt sehenswert! Weitere Vorstellungen am 26. und 31. Mai jeweils um 20:00 Die Vorstellungen und Anfangszeiten der folgenden Monat findet man im Spielplan unter  www.theaterbremen.de 

Mittwoch, 23. Mai 2012

„Lange Nacht der Kultur“ an 27 Orten


(Bremerhaven) Es ist nun schon die 11. „Lange Nacht der Kultur“ wenn am Samstag dem 02. Juni 2012 an 27 verschiedenen Orten in der Stadt Kultur geboten wird. Der Eintritt ist frei. Allerdings ist es nicht umsonst wie Dr. Rainer Paulenz und Dr. Gisela Lehrke im Grußwort des Programmheftes anmerken. Neben der bedeutenden Spende der Sparda-Bank Hannover-Stiftung müsste jeder Erwachsene nur 2,-€ spenden um die Lange Nacht der Kultur zu finanzieren, rechnen der Stadtrat und die Kulturamtsleiterin vor.
Die Veranstaltung ist in der ganzen Stadt beliebt und zieht auch Interessierte aus dem Umland. Es ist ein volles Programm. Es ist ratsam sich ein Programmheft zu besorgen die an den üblichen stellen ausliegen und sich ein individuelles Programm für den Abend und die Nacht zu gestalten. Denn es wird kaum zu schaffen sein alle Veranstaltungen zu besuchen.
Ein Brennpunkt ist wie schon in den vergangenen Jahren „die theo“ in der Lutherstraße 7. Dort beginnt das Programm schon um 17:00. In der Galerie 149 Bgm.-Smidt-Straße 149 gibt es ein wechselndes Musikprogramm parallel zur aktuellen Ausstellung mit Bildern von der Malerin Sultan Acar und der Grafikerin Maria Mathieu. Die Abteilung Ballett findet in diesem Jahr im Kommunalen Kino statt.  Mit dem Film von Wim Wenders, „Pina 3 D“ um 20:30 dürfte aber ein angemessener Ersatz zu den beliebten Life-Auftritten der letzten Jahre gegeben sein. Ab 18:00 geht es dann auch mit vielen einzelnen Events in der Fussgängerzone los. Um 24:00 schließt dann die Nacht dort mit der Ausstellung „Beat Zoderer - Sæulen nach Athen“. Um 23:30 geht das Licht an für „Jane Walton“ die mit unbeschreiblich schräger mitreißender Musik die Nacht einläuten. Im Figurentheater, im TiF, in der Phänomenta, im Schifffahrtsmuseum und und und…, überall ist der Bär los.
Im Programmheft ist auf den letzten Seiten ein Busfahrplan zu „Langen Nacht der Kultur“ abgedruckt. Mit dem Hafenbus kann man alle 30 Minuten kostenlos vom Fischereibahnhof bis Lehe und zurück fahren.
Weitere Informationen findet man auf der Webseite:  www.lange-nacht-bremerhaven.de 

Dienstag, 22. Mai 2012

Theaterfestival 150% Made in Hamburg


(Hamburg) Am 10. August 2012 endet die Bewerbungsfrist für das seit sieben Jahren bestehende Festival. Vom 04. bis 14. Oktober 2012 werden erstmals in diesem Jahr herausragende Produktionen der Off-Theater- und  Tanzszene in vier Sektionen gezeigt: Wettbewerb, Panorama, Gastspiel und Nachwuchsplattform.
„150% Made in Hamburg“ versteht sich als Forum, Sprungbrett und Marktplatz für alle Theater- und Tanzschaffenden der freien Szene. Ziel ist es, die freie Theater- und Tanzarbeit in Hamburg zu fördern und in einem überregionalen und internationalen Kontext zu verknüpfen.
Aus allen eingegangenen Bewerbungen wählt eine Jury 4 - 6 Projekte die im Wettbewerb starten aus. In der Sektion Panorama werden 6 - 10 herausragende Produktionen, die durch ein eigenständiges ästhetisches Konzept und gesellschaftlich relevante Inhalte überzeugen gezeigt. Produktionen die ohne Beteiligung von Hamburger Künstlerinnen und Künstler entstanden sind, sind herzlich eingeladen sich als Gastspiel zu bewerben.
In der Sektion Wettbewerb winkt ein Preisgeld in Höhe von 2500€ und in der Panorama Sektion ein Publikumspreis in Höhe von 1000€.
Newcomer haben die Möglichkeit, ihre Projektideen mit finanzieller und praktischer Unterstützung von „150% Made in Hamburg“ im Rahmen der neuen Nachwuchsplattform zu verwirklichen.
Die Ausschreibungsunterlagen und Bedingungen kann man auf der Webseite lesen und herunter laden. 

Atelier und Küche - Labore der Sinne


(Herford) Seit dem 12. Mai 2012 stellt Marta Herford 150 hochkarätige Werke vom 16. Jahrhundert bis in die jüngste Gegenwart aus. Diese große thematische Ausstellung widmet sich der verblüffenden Nähe zweier so verschiedener Produktionsorte.
In welcher Weise ähnelt sich der kreative Ort, das Atelier, dem Ort der Küche die mit Experiment und Offenheit der Kunst vergleichbar ist? Dieser Fragestellung sind die Kuratoren Friedrike Fast und Michael Kröger zusammen mit dem Gastkurator Hubertus Gaßner (Direktor der Kunsthalle Hamburg) in insgesamt sieben Themenbereichen nachgegangen.
Atelier und Küche = Labore der Sinne ist noch bis 16. Sept. 2012 in Herford Di. bis So. von 11:00 bis 18:00 zu sehen.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Le Grand Tango


(Bremerhaven) „Tango, ist ein trauriger Gedanke den man tanzen kann“, so sagt der argentinische Komponist und Texter Enique Discépolo über die Musik, die Tanz und Lebensgefühl in einem ist. Am 05.  Juni 2012 spielt Mircea Ionescu (Cello) mit einem Pianisten im „piccolo teatro haventheater“ in der Bgm.-Smidt-Str 200 um 20:00.
Von der Vorstadt Spelunke in Buenos Aires trat der Tango einst seinen Siegeszug in die Welt an und erlebt derzeit eine Renaissance. Tango Musik ist eben nicht nur wunderbar traurig und sentimental, sie ist auch feurig-faszinierend und dabei überaus kunstvoll. Der Tango ist der „vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens“ schrieb George Bernhard Shaw über den Tanzstil der sich in den verschiedensten Formen in der gesamten Welt verbreitete. Das UNESCO-Komitee für die Bewahrung immateriellen Kulturerbes hat den Tango auf Vorschlag Argentiniens und Uruguays 2009 zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Seit 2007 gibt es in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, im angesagtesten Trend-Viertel Puerto Madero, ein Denkmal für den Tango.
Ist Tango unanständige Musik?, vielleicht gar ein Männertanz? Oder ist Tango lustig, lustvoll, melancholisch, energisch, träumerisch, witzig, traurig, verspielt, lässig, poetisch, künstlerisch-künstlich, natürlich, philosophisch, psychologisch, magisch, romantisch oder gar ideologisch? „Der Tango wartet auf Dich!“ sagt Anibal Troilo. Mircea Ionescu wartet mit Argentinischen Tango, Tango Rioplatense mit europäischen und internatiolanen Tangos auf.
Karten gibt es unter 0471 - 4838 777 oder via eMail: info@haventheater.de Website piccolo teatro 

Begeisternde Tanzkunst im TiF


(Bremerhaven) Eine Randerscheinung des Stadttheaters Bremerhaven ist die Tanzproduktion des Tanzensembles bei der die Tänzer eigene Choreographien arbeiten. Diese Randerscheinung hat es in sich. Gestern Abend bei der Premiere unter dem Titel EGO ZOOMING II im „Tif“ (Theater im Fischereihafen) konnte man das große künstlerische Spektrum der „Jungen Choreographen“ sehen. Die einzelnen kleinen Choreographien zeigten jenseits des gewohnten Ballettprogramms gewagte Bilder. 
Nach der ersten Nummer von Michael Sicucluna bei der ein schönes Zusammenspiel von Licht und Rhythmik Stimmung machte, trat Kai Braithwaite in einer eigenen Choreographie auf. Vor einem überwältigenden Textstream begann er wie in einer Kata beim Karate mit stillen Formen. Doch dann mit der Aufforderung „Watch My Power“ und zur Musik „The Miseducation Of Lauren Hill“ von einer knisternden Schallplatte, explodierte er in ein Feuerwerk dynamischer Abläufe. Braithwait hört mehr in der Musik als Noten und Takt, und drückt dieses mehr mit simpler schöner Klarheit aus. In seinem Bewegungsfluss wächst er über seinen Körper hinaus und füllt den gesamten Raum mit visuell hörbarer Musik.
Schon jetzt konnte man denken „mehr geht doch nicht“. Doch dann eine ganz andere Ausdrucksweise. In der Choreographie von Leticia Forattini Martins kämpft Maria Bayarri Perez mit Innerem nie Gesagtem. Wo die Sprache endet kann die Kommunikation mit Tanz (oder Gesang) weitergeführt werden. Nach der streng analytischen Form der Sprache (schon Rechtschreibfehler entdeckt? ;-) ) ist die Tanzebene eine multikomplexe Kommunikationsform poetischer Art. Mit einer einzigen Geste erzählt Perez ganze Geschichten. Die Schönheit dieser Geschichten liegt dabei in der Ehrlichkeit und Offenheit mit der sie sich jeder rationalen Bewertung entziehen. 
Nach der Pause überrascht Elisabeth Towles mit „Stability“ und der Musik „New York is Killing Me“ Die anfänglich sehr reduzierten Bewegungen wandeln sich in einem dramaturgischen Aufbau. Eine Verschiebung der Wahrnehmungsebenen: zuerst überwiegt die Musik und wie aus der Ferne kommt der Tanz, dann wird der Tanz so bedeutend und vielschichtig dass die Musik in den gefühlten Hintergrund versinkt. Der Tanz ist hier eine Bereicherung der Musik, der Tanz mit seiner reduzierten Brüchigkeit weist über die Möglichkeit des menschlichen Körpers hinaus, über den Menschen als Individuum.
Den Höhepunkt des Abends setzte Jose Martinez Grau mit seiner eigenen Choreographie „Unausgesprochene Worte“. Er spricht dazu Auszüge aus „Erreger“ von Albert Ostermeier. Sein Requisit ist ein Tisch. Das Thema „Versagen ist eine heilbare Krankheit“ Jose Martinez Grau zeigt eine Besonderheit im Umgang mit Sprache. Das Wort allein hat keine Bedeutung. Erst wenn ein Jemand es spricht und an Jemanden richtet wird es zur Information. Verbale Mitteilung ist somit unzertrennlich mit einem sendenden und empfangenden Körper verbunden. Man könnte auch sagen, was Shakespeare schrieb ist ohne Belang wenn wir niemanden finden der es sinnvoll mit Persönlichkeit vortragen kann. Jose Martinez Grau kann Sprache mit seinem Körper verbinden. Dadurch entsteht ein Sprachrhythmus und eine Melodie die von den Bewegungen und Anstrengungen seines Körpers beeinflusst sind. Darüber hinaus sind die tänzerischen Formen in Übereinstimmung mit dem was er sagt. Und so kreiert er eine Tisch-Tanz-Sprachwelt die in einer amorphen Komplexität eine poetische Klarheit ausstrahlt. Er spricht und tanzt in die Herzen, was ihm der donnernde Applaus bestätigte.
Die vielen tanzbegeisterten Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Es darf hier auch erwähnt werden, dass die Beleuchtung von Thomas Güldenberg in präziser Übereinstimmung mit der Aktion auf der Bühne war. Nur die nötigsten Scheinwerfer mit den treffenden Settings setzten den Tanz ins richtige Licht.
Dies ist die Tanzqualität die ein junges Publikum begeistern kann um etwas über Kommunikation, Gestaltung und Reflektion über das menschliche Dasein etc. heraus zu finden. Weitere Vorstellungen sind noch am Freitag 08. Juni 20:00, sowie am Sonntag 24. und Mittwoch 27. Juni jeweils 18:00 jeweils im Tif. Karten gibt es unter 0471 - 932 330 oder via eMail: tif@nord-com.net

Dienstag, 15. Mai 2012

Kooperation, Frieden und Offenheit bestimmen Forschungs-Festival


(Ottersberg) Am vergangenen Wochenende war die Präsentation der Forschungsergebnisse der Künstlerinnen und Künstler vom „Festival of Art as Research“. Es hatten sich 32 forschende Künstlerinnen und Künstler im Bahnhof Ottersberg zu einer einwöchigen Forschungssession getroffen um das Thema „Translation“ zu ergründen. Von Freitag bis Sonntag stellten sie in 26 Performances, 17 Ausstellungen, 7 Videoarbeiten, 8 Vorträgen, 16 Musikdarbietungen, 4 Workshops und 4 sonstigen Veranstaltungen ihre Erfahrungen vor.
Es handelte sich bei diesem Festival um ein Praktika von drei Studentinnen der Fachhochschule Ottersberg. Ein Praktikum das in dieser Größe noch nicht statt gefunden hatte. Neele Ruckdeschel erklärte wie es entstand. Nachdem sie, Laura von Raffay und eine weitere Studentin ein Thema für das Praktikum erhalten hatten entschieden sie sich für ein Forschungsfestival. Ihre Dozentin versorgte die Drei mit einem Berg von Literatur zum Thema „Translation“ (Übersetzung). Nach der Lektüre formulierten sie ein Konzept und starteten einen Call for Artist in verschiedenen Internetforen. Darauf meldeten sich eine große Anzahl Künstler die gerne teilnehmen wollten. Für die Umsetzung stellten sie diverse Förderanträge die leider nur zu einem knappen Drittel bedient wurden.
Ich kann nur von einem kleinen Ausschnitt berichten. Eine Pantominen-Show die tänzerisch akrobatisch eine Beziehungsgeschichte erzählte war das Erste was ich sah. Die Körpersprache war hier das Medium der Übersetzung. Eine klare spassige Choreografie zeigte die Geschichte. Als nächstes sah ich eine Installation mit roten Papierblumen. Eine poetische Übersetzung von einfachen und auch tiefgreifenden Gefühlen. Eine weitere Installation war die Übersetzung von einem Zimmerinhalt in Karton dargestellt. Alles in dem Zimmer war mit dünnem Karton nachgebaut. Die Musikcasetten, das Bücherregal, die Gegenstände darauf, der Teppich, die Möbel einfach alles bis ins kleinste Detail. Hierzu fallen mir viele Fragen ein: Welchen Wert haben die Dinge die uns umgeben? Welche Dauer soll unser Besitz haben? Wir geben den Dingen um uns herum unterschiedliche Bedeutung, doch was wenn sie ein und die selbe haben? Weiter zu nächsten Station, einer Ausstellung. Fotografien aus der Umgebung, Hecken, Bahnhofszenen, Straßen, Bilder aus dem öffentlichen Raum. Das besondere daran sind Satzzeichen z. B. als Komma, Ausrufezeichen etc. Diese Interpunktion setzte das Bildgeschehen fort. In einem anderen Raum treffe ich auf eine Klanginstallation. Das Prinzip „Stille Post“ durch alle anwesenden Sprachen aufgenommen und nun in der Installation als Ganzes abgespielt. Auf dem Bahnsteig habe ich eine Performance verpasst, derweil in einem kleinen Flur eine Tänzerin ohne Musik einen ausdrucksstarken Tanz aufführt der mich an Kaffee Müller von Pina Bausch erinnerte. Eine weitere Tanz-Improvisation gibt das Tanzwerk Bremen vom Zentrum für Zeitgenössischen Tanz im Kulturzentrum Lagerhaus. Zwei 20minütige Einheiten, eine davon zum mitmachen für das Publikum bieten sie. Der Höhepunkt ist dann die erzählende Performance/performative Erzählung nach dem Stück Salome von Thornton Wilder. Mit Masken, und vollem Körpereinsatz stellen die beiden Schauspielerinnen die Weiblichkeit und die Männlichkeit nebeneinander und geben Denkanstöße zu einem anderen Verständnis von Emanzipation und Androgynität. Ein krachend volles Programm. Die konkreten Forschungsergebnisse werden sich in den Bachelor Arbeiten niederschlagen. Während der gesamten Woche waren mehrere StudentInnen mit der Kamera dabei und haben eine umfangreiche Dokumentation erstellt. Die Auswertung dieser Arbeit dürfte noch Mal ein spannendes Event geben.
Als kritischer Beobachter bemerkte ich einige Qualitäten im Umgang miteinander. Kooperation, Frieden und Offenheit sind die herausragenden Verhaltensweisen die ich in vielen Situationen sah. Unter Kooperation muss man in diesem Sinne verstehen, dass mehrere Beteiligte an einer Sache wirken und niemand sich als Leithammel oder Übermutter hervortut. Vielmehr entsteht der Eindruck das immer dort eine Hand eingreift wo es die Sache erfordert. Und wem die Hand gehört bedeutet nicht viel. Eine Stimmung von Frieden machte sich bemerkbar in komplizierten Situationen, in denen etwas nicht geklärt ist. Die selbstverständliche Absicht nach einer Lösung zu schauen gestattete keinen Platz für Streit. Und dass obwohl die Festivalteilnehmer schon seit einer Woche auf engem Raum und ohne privatem Rückzugsort miteinander vieles erlebten, auch Kritisches. Die Offenheit zeigte sich in der Bereitschaft alles mit einem „ja“ zu begegnen. Selbst anstrengende Fragen oder komplizierte Aufgaben wurden mit Interesse angegangen. Auch hier konnte ich die Erschöpfung sehen ohne Gereiztheit zu entdecken. Diese drei Qualitäten sind eine fruchtbare Basis für alles Kreative; ein Chaos in dem etwas Raum greifen kann, in dem sich etwas unerwartetes entwickeln kann, in dem Lösungen gefunden werden und ein tieferes Verständnis für die Dinge die wir bereits zu kennen glauben.
Am Sonntag war eine Podiumsdiskussion angesetzt um eine Konklusion der Ergebnisse dieser Forschungswoche zu finden. In der Güterhalle hatten man den Bühnenboden mit weißem Papier ausgelegt. In der Mitte ein kleiner schwarzer Kreis, wurden nun die Künstlerinnen und Künstler aufgefordert sich mit Pinsel und Tusche in einem weiten Kreis um den Mittelpunkt aufzustellen und ihre Erfahrungsreise zum Thema „Translation“ dieser Woche zu malen. In 15 Minuten entstand ein ca. 80m2 großes Bild. Wollte man einen Vergleich ziehen so könnte man sagen, die Teilnehmer waren sieben Tage vornehmlich intuitiv und mit der rechten Gehirnhälfte am wirken. Es wäre eine seltsame Anstrengung gewesen so zack umzuschalten und mit dem rationalen Hirnteil ein Ergebnis zu formulieren. Das Bild mag wohl keine wissenschaftliche Grundlage oder Aussage ergeben, aber ein Ausdruck von intensivem forschen, erleben, ringen einlassen, wandeln und natürlich sich zu transformieren ist es alle Male. Fachhochschule Ottersberg 

Montag, 14. Mai 2012

Finkels leidenschaftslose Inszenierung „Die Möwe“ von Anton Tschechow


(Bremerhaven) Vielleicht war das Motto der Inszenierung Elina Finkels von Tschechows „Die Möwe“ talking heads. Jedenfalls wahr die Abwesenheit von Schauspiel gestern im Großen Haus des Stadttheaters wie ein Bodendecker im Garten der erschlafften Künste ausgebreitet. Die Premiere wurde dennoch von dem bis zu einem gefühlten Drittel gefüllten Haus ordentlich applaudiert.
Wenn man Anton Tschechow neu übersetzt und die Eigenart der Tschechowschen Dramaturgie weglässt dann kommt wie hier Elina Finkel raus. Doch nicht nur die Übersetzung der Regisseurin nimmt viel von der menschlichen Tiefe „Der Möwe“, ihrer Inszenierung erteilt Elina Finkel das gleiche Schicksal. Warum werden außergewöhnlich gute Stücke von atemberaubenden Schriftstellern verhuntz, oder anders gefragt, warum schreiben sie nicht ein eigenes Stück, Frau Finkel?
Eine Thematik der Möwe sind die neuen Formen für das Theater. Nach Aussage von Frau Finkel sind schon alle Formen da gewesen, sie sind nur noch nicht von jedem Theater Schaffenden auf seine eigene Art ausgedrückt worden. Ignoranter und polemischer kann man sich im Theater kaum positionieren. In dieser überheblich abgeklärten Manier stehen die Schauspieler auf der Bühne und gießen Textkaskaden über die Rampe. Sebastian Zumpe erscheint zwar wie ein Al Di Meola der Sprache, doch Schnelligkeit ist keine Hexerei. Sprechende Köpfe ohne inhaltlichen Tiefgang, und das Spiel auf ein Minimum reduziert. Ein Buch zu lesen wäre wohl interessanter gewesen, denn im Geiste der eigenen Fantasie kann man die Handelnden immerhin nach eigenem Gusto bewegen. Einzig ein Charakter bekommt einen Hauch von Leben: Mascha. Meret Mundwiler gibt der unglücklich Verliebten Mascha immer wieder den nachzuempfindenden Hauch einer fühlenden Seele. Die anderen Charaktere treten mit keiner menschlichen Regung in Erscheinung. Da hilf es auch nichts ein bisschen „Talking Heads - Once in a Lifetime“ einzufügen um dem überraschend großen Anteil an jungem Publikum gefällig zu sein. Das ist besonders bedauerlich weil dass andere große Thema „Der Möwe“ die Beziehungen der Charaktere zu einander ist. Man erfährt so nichts über unglücklich Verliebte, Seelenschmerz und wie man damit umgeht, oder über eine dekadente will-alles-haben-Mentalität. Dabei wäre gerade der letzter Punkt eine notwendige Reflektion für unsere Gesellschaft. Man brauchte sich also nicht zu wundern wenn nach der Pause nicht alle Zuschauer in die als Trauerspiel verkleidete Komödie zurück kehrten.

Das Bühnenbild verdient anerkennende Worte. Jemand hat sich hier Gedanken gemacht wo die Möwe statt findet und was dort passiert. Beim Einlass ist die Bühne offen und das Licht der ersten Szene steht bereits, denn das Stück beginnt mit dem Theater im Theater und dieses findet in der freien Natur statt. Zuschauer und Akteure treffen sich also in der freien Natur. Hier wird ein künstlerisch gemeinsamer Raum geschaffen. Dann wird ein raumgreifendes Prospekt hochgezogen das sich übergangslos in andere Handlungshintergründe verwandelt, bis hin zu metaphorischen Darstellungen mit Hai passend zum Text auf der Bühne. Nach der Pause hebt sich dann ein eng überladenes Landhaus Interieure aus dem Boden. Jahre sind vergangen, und die Dekadenten Charaktere sind so ausgeprägt das sie nicht einmal mehr nach draußen gehen. Ihr Leben reduziert sich in Jammer und lästern vor Kamin und beim Lottospiel.
Es ist schon seit einigen Jahren im Theater zu beobachten das die künstlerisch schauspielerische Qualität reduziert wird. Man bekommt zunehmend szenisch gestellte Hörbücher zu sehen. Das ist besonders bedauerlich bei einem Stück wie „Die Möwe“ welche mit psychologischen Tiefen und deren enormen Handlungsvielfältigkeit aufwartet. Um so mehr ist es traurig anzuschauen, dass Schauspieler die mit sensiblen Fähigkeiten talentiert sind wie Mira Tscherne, Meret Mundwiler, und Sebastian Zumpe, gerade um diese Fähigkeiten reduziert werden. So wird der Zuschauer als Voyeur in seinem Sessel gedrückt und Meister des Dramas wie Anton Tschechow zur äquivalenten Telenovela-Unterhaltung abgestuft. In der weiteren Entwicklung dieses Trends wird man dann bald Pappkameraden über die Bühne schieben oder Hologramm Animationen projizieren. Dabei könnte Theater der Ort sein an dem sich lebendige Zuschauer mit im Augenblick gespielten Charakteren treffen und sich auf kulturell und künstlerisch anspruchsvollen Art mit den Themen der Menschen beschäftigen – unterhaltend, denn ja, es ist eine Komödie!
Die virtuellen Freundschaften können wir in den sozialen Netzwerken pflegen, ausbauen und wenn sie gewachsen sind in unser reales Leben integrieren. Fragwürdig dagegen ist es die Begegnungen von Mensch zu Mensch noch im Augenblick der Begegnung zu digitalisieren um sie dann im Internet fort zu führen oder gar vorm TV zu vergessen.
Weitere der insgesamt sechs Vorstellungen sind am 17. und 26. Mai, 01., 06. und 10. Juni 2012. Es ist nicht vorgesehen „Die Möwe“ in der kommenden Spielzeit wieder aufzunehmen.

Freitag, 11. Mai 2012

Die neue Print-Ausgabe der Kultur-News kommt bald


(Wanna) Mit der Nummer 004 erscheint die nächste Print-Ausgabe der Kultur-News am 18. Mai 2012. Dann kann man den Leporello an über 100 Auslegestellen im Gebiet Cuxhaven, Bremerhaven , Stade, Worpswede, Oldenburg, Wilhelmshaven und an vielen Orten dazwischen kostenlos mitnehmen. Die letzte Ausgabe war an vielen Stellen schnell vergriffen, es lohnt sich also zuzugreifen. Dennoch gibt es an anderen Stellen noch einige Exemplare die wieder zum Verlag genommen werden. Wer ältere Ausgaben der Kultur-News haben möchte kann sich gerne per eMail an den Verlag wenden: eigene.werte@t-online.de 
Die aktuelle Ausgabe hat als Schwerpunktthema „Lesen“. Ein Artikel gibt umfangreich Auskunft über E-Books und die dazu erforderlichen Reader. Soviel kann schon Mal gesagt werden: Das Buch aus Papier wird es weiterhin geben. Es wird berichtet über einen Verein der sich in Beverstedt ehrenamtlich für die Lesekultur einsetzt. Mit zahlreichen Aktivitäten werten sie die ländliche Struktur auf. Ein Gewinnspiel bei dem man mit etwas literarischen Kenntnissen ein Bücherpaket gewinnen kann, und ein Gedicht aus Eberhardt Pfleiderers neuestem Buch rundet die Sache ab.
Lesen und schreiben sind die Basis der Kommunikation. In Bremen hat eine Ausstellung mit dem Titel „Viva la Kommunikation“ eröffnet, auch darüber lesen sie in der neuen Ausgabe. Und noch etwas weiter abgeschweift in der Thematik geht es in einem Artikel um die Kultur- und Kreativwirtschaft.
Ab dieser Ausgabe wird es auch eine Auswahl von Veranstaltungsterminen für Theater und Kunst-Ausstellungen geben. Mit dieser Mischung aus Themen und Informationen haben ist wieder eine interessante Lektüre für die Leser der Kultur-News entstanden.
Aktuelle Berichte findet man weiterhin täglich auf dieser Seite.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Balladenlesung im „piccolo teatro“


(Bremerhaven) In eigener Sache! Am 20. Mai lese ich im „piccolo teatro“ in der Bgm.-Smidt-Straße 200 Balladen. Es sind faszinierende kurze Dramen die mit den Balladen erzählt werden. Dabei setze ich vor allem auf die melodische Sprache der Dichter und folge dem Rhythmus. Dadurch entsteht ein Ausdruck der direktes Miterleben garantiert.
Es kommen Balladen von Goethe, wer hätte es anders gedacht, und Schiller zum Vortrag. Ganz bewusst habe ich darauf geachtet nicht gerade die super bekannten Balladen zu lesen. Außerdem kommen Dichter wie Liliencron und Villon und andere aus jüngerer Zeit zu Wort.
Der Gewinn kommt zu 100% dem Verein „Theater Spielorte“ zu Gute. Der Verein produziert risikoreiches Theater und ist auf Spenden und Ticketerlöse angewiesen.
Die Lesung beginnt um 18:00 und dauert eine gute Stunde mit einer Pause. Karten zu 8,00EUR gibt es unter 0471 - 4838 777 oder via eMail: info@haventheater.de  

Mittwoch, 9. Mai 2012

11 Impulse für Morgen


(Bremen) Zu einer Roadshow zum Thema Nachhaltigkeit läd das Kompetenzzentrum kleine Unternehmen und Freiberufler sowie Gründer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ein. Unter dem Titel „11 Impulse für Morgen“ findet die Veranstaltung auf dem Motorschiff „Treue“, Schlachte Anleger 5 am 05. Juni 2012 von 15:30 bis 20:00 statt.
Nicht nur Designer oder Architekten beschäftigen sich vermehrt mit ökologischen und sozialen Fragen, sondern ebenso auch Clubbetreiber, Veranstalter oder Zwischennutzungsagenturen. Wegen großem Interesse an der bundesweiten Veranstaltung „11 Impulse für Morgen“, die im Juni 2011 in Berlin stattfand, werden die dort diskutierten Themen vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes seit Herbst 2011 in regionalen Veranstaltungen aufgegriffen und fortgeführt.
Bei der Roadshow auf dem Motorschiff „Treue“ werden sich regionale und überregionale Referenten unter anderem über die Leitfrage austauschen: „Wie können Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft Impulse für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft setzen?“ In zwei „Denkräumen“ sollen anhand von Praxisbeispielen gemeinsam über Erfahrungen und Perspektiven diskutiert und Handlungsoptionen erarbeitet werden.

Spielzeit 2012/13 im Stadttheater Bremerhaven

(Bremerhaven) Gestern stellte die Theaterleitung das künftige Programm für die Spielzeit 2912/13 vor.

Von links Sergei Vanaev, Stephan Tetzlaff, Heide von Hassel-Hüller, Ulrich Mokrusch,
Natalie Driemeyer, Alexandra Luise Gesch, Dr. Rainer Paulenz
Das kleine Büchlein kann man im Theater und an den üblichen Stellen kostenlos bekommen.

Dienstag, 8. Mai 2012

Kunsthalle zeigt Beat Zoderer


(Bremerhaven) Am kommenden Sonntag 13. Mai eröffnet die Ausstellung des Kunstvereins Bremerhaben mit dem Titel „Saeulen nach Athen“ von Beat Zoderer. Zu Beginn um 11:00 spricht Axel Siemsen einige Grußworte von der SWB Bremerhaven GmbH, die die Ausstellung freundlich unterstützten. Die Einführung zur Ausstellung spricht Michael Stoeber aus Hannover.
Das Werk des 1955 geborenen Schweizer Künstlers Beat Zoderer wird innerhalb des Kunstbetriebs häufig den malerischen Positionen zugeordnet. Eine Klassifizierung, die Zoderer mit großer Freude immer wieder durch Skulpturen und Wandarbeiten unterläuft, ebenso wie durch Assemblagen und Installationen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre unverwechselbare Bildersprache in einem sehr eigenwilligen und eigenständigen Kunstansatz aus.
Zoderers beeindruckendste Stilmittel sind geometrische Formen und vielfarbige Elemente. Sie lassen den Vergleich mit der Op-Art der 60er Jahre und mit der strengen Formalität und Minimalismus der De-Stijl-Bewegung zu. Außerdem legen sie auch den ironischen Blick auf die Kunst seiner „Vorväter“, den Schweizer Konkreten, nah.
Alltägliche Materialien und Gebrauchsgegenstände wie Holz, Wellpappe, Bleche, Plastik, Textilien und Gummi sind oft in seinen Werken zu finden. Beat Zoderer setzt diese Dinge nach logischen, mathematischen Anordnung zusammen. Zuweilen sind sie in Reihen nebeneinander, auch ineinander verwoben oder aufeinander gestapelt und geklebt. Allen Arbeiten gemeinsam ist das Motiv der „schlingernden Linie“, einer Linie ohne Anfang und Ende, die sich windet und über die Fläche mäandert, Mal größere oder kleinere Bögen formt und in unterschiedlichen Farben in Erscheinung tritt. Ziel dieser Arbeitsweise ist farbige, dreidimensionale Arbeiten herzustellen. Sie rufen nicht selten Irritationen hervor, eben weil diese Gegenstände aus völlig anderen Zusammenhängen bekannt sind. Genauso vermittelt sich auch eine ironische Komponente die von Beat Zoderer beabsichtigt ist.
Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven Karlsburg 4 ist vom 13. Mai bis zum 24.  Juni 2012, Di. - Fr. von 11:00 bis 18:00 und Sa. + So. von 11:00 bis 17:00 geöffnet. Weitere Infos auf der Webseite des Kunstvereins.

Montag, 7. Mai 2012

Waterkant Blues bei Cheesy´s Freak In


(Bad Bederkesa) Am 02. Juni 2012 git es ein Live-Konzert im Kulturkaffee Cheesy´s Freak In, Mattenburger Straße 52a. Die Waterkannt Blues mit Triangel featuring Curtis Forster geben dann einen Wellenschlag zwischen hochdeutscher Literatur und plattdeutschem Blues.
Der Autor und Musiker Frank Teichgräber liest aus seinen Büchern und Manuskripten im kultiviertestem Bremerhavener Hochdeutsch und trommelt zum plattdeutschen Blues des Gitarristen, Sängers und Komponisten Martin Wohlers, Frontmann der „Waterkannt Blues Band“. Als besonderer Gast mit dabei: Der Harpist und Texter Curtis Forster.
Das ca. 90 minütige Programm wird zwischen rauem Blues, einer frischen Brise Jazz, rockigen Sturmböen und mit verschmitztem Augenzwinkern vorgetragenen Gedichten, Mystizismen, sowie Episoden aus dem Musikerleben aus der Provinz, hin und her wanken wie zwischen Ebbe und Flut.
Curtis Forster ist lebender Beweis für den erweiterten Kunstbegriff des Joseph Beuss: Als bildender Künstler mit großer handwerklicher Begabung initiiert er spontane Happenings. Als Multiinstrumentalist ist er ein genialer Improvisateur.
Der Bremerhavener Frank Teichgräber schrieb schon als Schüler Fantasiegeschichten. Nach einer Ausbildung zum Fernmeldetechniker arbeitetet er als Gärtner und Landschaftsbauer und betätigte sich paralell dazu als Musiker. Seit 1997 ist er Schriftsteller und sagt: „Nun endlich ist es mir gelungen, an schon längst verschollen geglaubte Motivation und Vorstellungen anzuknüpfen und das kreative Schreiben fortzusetzen.“
Martin Wohlers hat seit dem 10. Lebensjahr eine Gitarre und den Blues – Improvisationen, Kompositionen und Aufführungen. Er überlebte als Hafenarbeiter, Trucker und ist heute Designer und Graveur, lebt im Moor und singt seinen eigenen plattdeutschen Blues.