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Sonntag, 28. September 2014

Maki Na Kamura in Oldenburg

Maki Na Kamura
(Oldenburg) “o lala, von was für glänzenden liebhabereien ich träumte!”
Die Eröffnung der Ausstellung war am Freitag, dem 12. September 2014, um 19 Uhr 30. Am kommenden Samstag 04. Okt. von 14:30 bis 16:00 ist unter dem Titel „Kunst im Gespräch“ eine Veranstaltung mit Doris Dirks in der Kunsthalle Oldenburg, Damm 2a. Der Oldenburger Kunstverein lädt alle Kunstinteressierten dazu ein in lockerer Atmosphäre über ausgewählte Themen der aktuellen ausstellung geplaudert und diskutiert werden. Anmeldung ist bis zum 2. Okt. erbeten. Die Ausstellung kann noch bis 02. Nov. besucht werden.

Maki Na Kamuras Arbeiten bewegen sich durch einen Kosmos aus Farbkonstrukten und kontrollierten Pinselstrichen. Versatzstücke aus Landschaft, Architektur und menschlichem Dasein scheinen wie ein weit entferntes Echo durch diese Farbräume hindurch und gehen mit ihnen Allianzen ein. Der Schriftsteller Yukio Mishima sagte einmal: Das Geheimnis von japanischen Gärten ist die Erfindung, das Element fortlaufende Zeit in den Raum einzubauen. Maki Na Kamura entführt die Schlummernde von Giorgione aus den mythischen Gefilden der Renaissance in ihre schwerelosen, oft nur angedeuteten Landschaftsräume und löst sie so aus ihrer symbolischen Aufgeladenheit heraus.
Maki Na Kamura wurde in Osaka geboren. Ihre Arbeit zählt zu den “New Perspectives in Painting” im Nachschlagewerk Vitamin P2 (Phaidon Press) und wurde zuletzt mit dem siebten Falkenrot Preis ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Der Titel wurde entnommen der wortwörtlichen Übertragung des 4. Verses der ersten Strophe des Arthur Rimbaud-Gedichts “Ma Bohême”, die Jürgen von der Wense in seinem Brief  vom  24. Januar 1965 an Dieter Heim mitteilt. (In: Enid Sarkie, Das Leben des Arthur Rimbaud. Matthes & Seitz, München, 1990).

Freitag, 26. September 2014

Theater Spielorte goes Internet VVK

(Wanna) Der Verein „Theater Spielorte e.V.“ hat sich für ein neues Vorverkaufssystem via Internet entschieden. Damit soll den Theater Besuchern der Erwerb von Tickets etwas erleichtert werden.

Theater Spielorte zeigt hauptsächlich in ländlich geprägten Gegenden seine Produktionen. Es erscheint sinnvoll den Vorverkauf eben diesem Umstand anzupassen. Auf den Plakaten ist jeweils eine Internet Adresse angegeben unter der es die Tickets zu kaufen gibt. Dort findet man auch noch einmal eine ausführliche Beschreibung zur Handlung und Infos über die Mitwirkenden. Zur Bezahlung benötigt man eine VISA oder Master Card, zahlt per Giropay (eine direkte Online-Überweisung mit PIN und TAN oder per Sofort Überweisung. Den gewünschten Zahlungsweg kann man auf der Seite wählen. Anschließend kann man am heimischen Drucker die Tickets selber ausdrucken. Der Vorverkauf über das Internet ist für den Theatergast kostenfrei. Da nicht jeder Theatergast mit dem Internet vertraut ist oder werden möchte gibt es auch weiter hin Vorverkaufsstellen die auf den Plakaten ausgewiesen sind. Ausserdem wird der Verein ein ausreichend großes Kontingent Karten an der Abendkasse bereit halten. 

Für die Kommenden Vorstellungen sind folgende Adressen eingerichtet:

11.10. Stotel - Bildung für Rita - http://bildungfuerrita.cortex-tickets.de
17.10. Otterndorf - Zuhause - http://zuhause.cortex-tickets.de 

19.10. Leer - Bildung für Rita - http://rita-leer.cortex-tickets.de 

Sonntag, 21. September 2014

Erste Liebe versus ignorante Gesellschaft

(Hamburg) Die erste Liebe ist ein Privileg der Jugend. Mit aller Wucht trifft sie auf die unerfahrenen Herzen und erzeugt Sehnsucht und Lebenshunger, schafft Zweifel und Verzweiflung. Die dramaturgischen Paradecharaktere, Shakespears Julia und Romeo, sind mit ihrem zerbrechlichen und ungestümen Versprechen füreinander - einer Gesellschaft mit blinden Einzelinteressen ausgeliefert. Dies ist das Thema der Theater Produktion des Artrium - Schauspielschule in Hamburg im Herbst 2014.

Die Schauspielschule Artrium in Hamburg besteht seit nunmehr 10 Jahren. Lukas Scheja, der künstlerische Direktor, begann in einem Wohnzimmer mit einzelnen Kursen. Heute ist sie eine beliebte weithin bekannte und Bafög anerkannte Institution in Hamburg. Der Run auf eine Schauspielausbildung ist in den letzen Jahren extrem geworden. Über den Wert der einzelnen Ausbildungen kann eifrig gestritten werden. Manche befähigen ihre Studenten zum schlichten funktionieren auf der Bühne oder am Set. Andere weisen einen Weg in die künstlerische Eigenständigkeit. Das Artrium geht noch einen Schritt weiter. Um es mit den Worten von Lukas Scheja zu sagen: „Wir haben einen künstlerischen Ort geschaffen, an dem sich unsere werdenden Schauspieler über die Grenzen ihrer Wahrnehmung hinaus tiefgründig und einzigartig entwickeln können. Die Zukunft der Kunst, sowie auch der Künstler und des Menschen generell, müssen jenseits der Grenzen des bisher Erforschten gesucht werden, sonst wiederholen wir die Geschichte, anstatt sie weiterzuentwickeln.“

Mit „Julia # Romeo puR“ greifen die Regisseure Stela Korljan und Lukas Scheja die Herausforderung der Kunst in dieser Zeit auf. Die Geschichte wird frei erzählt nach William Shakespeare (wem sonst) und zeigt wie das jugendliche Liebespaar von der älteren Generation weder verstanden noch gewollt ist und schließlich brutal sabotiert und geopfert wird. Die Brisanz des Stückes ist für unsere Zeit hochaktuell, in der die Jugend verleugnet, sie ins Internet verdrängt und vergräbt und damit aus unserer Aufmerksamkeit eliminiert.

Der Hamburger Maler Bruno Bruni beteiligt sich an der Theater Produktion mit seinem neuesten Werk. Bertold Tuercke legt für Julia # Romeo puR einen traumgleichen Klangraum zugrunde. Stela Korljan, die als Solistin das Ballett des Landestheaters Schleswig-Holstein in Flensburg leitete, ist Choreographin und inszeniert gemeinsam mit Lukas Scheja diesen „körperbetont mystischen und magischen Shakespeare-Abend“.

Premiere ist am 10. Oktober 2014 um 19:00 im Hamburger Sprechwerk. Weitere Vorstellungen sind am Samstag 11. Oktober um 19:00 und am 12. Oktober 2014 um 18:00. Tickets unter : Hamburger Sprechwerk

Samstag, 20. September 2014

Grafik im Bremer Schlachthof

(Bremen) Seit dem 07.09.2014 kann man die Drucke unter dem Titel „Geschnitten und gedruckt“ von Conny Wischhusen und Godehard Pollakowski in der Gaststätte des Kulturzentrums Schlachthof in Bremen betrachten. Die Ausstellung dauert noch bis 31.10.2014

Zur Eröffnung sprach der ehemalige Kunsterzieher und Freund, Steffen Liebsch, einige erklärende und einführende Worte. „Geschnitten“ bezieht sich bei den Arbeiten der beiden Künstler nicht nur auf die mechanische Einwirkung auf das material des jeweiligen Druckstocks, sondern auch im übertragenden Sinn auf den Druckvorgang. In der Serie „Blaue Frauen“ sind stilisierte Frauenfiguren mit einem Hinweis auf ein bestimmtes Rollenbild auf Geschenkpapier gedruckt. In einer weiteren Serie, „Drunter und drüber“ druckte Wischhusen auf transparentem Papier und überlagert einzelne Ausschnitte aus älteren Werken. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die experimentelle Weise mit Material und Inhalten aus.

Deutlich größere Formate entstehen bei Pollakowski. Ob es die collageartigen Drucke sind oder abstrakte, es ist immer eine Flut von Eindrücken, Ebenen, Formen und Strukturen die in ausgewogener Komposition zusammengeführt sind. Das Ungegenständliche komponiert er aus Werbeprospekten, die er zerschneidet und zu einem neuen Bildmotiv zusammenfügt, wobei die einzelnen Elemente zum reinen Element der Bildgestaltung werden. „Gegenständliche Assoziationen können sich beim Betrachten der Bilder bisweilen einstellen, sind aber nicht entscheidend, wichtiger ist, ob die gefundenen Formen und ihre kompositorische Zusammenstellung den Betrachter in ihren Bann zu ziehen vermögen“ so Steffen Liebsch in seiner Einführung.

Sonntag, 14. September 2014

Kunst bei die Fische in Beverstedtermühlen

v.l.n.r. Reiner Madena, Hilke Sens, Jens Schnepel, Steffen Liebsch,
Godehard Pollakowski, Lutz Graaf, Annemarie Arndt, Frank
Wassmann und Sandra Juras
(Beverstedt) Man kann von einem echten Geheimtipp sprechen, wenn man über die Galerie Beverstedtermühlen berichtet. Selbst viele der ausstellenden Künstler, die bei der Eröffnung am Samstag anwesend waren, kannten die Galerie nicht und waren zum ersten Mal dort. Dabei ist sie ganz einfach zu finden. In Beverstedt fährt man von Bremerhaven kommend Richtung Stubben. Nach der Volksbank führt links die zweite Straße zur Galerie. Man folgt der Straße, bis kurz vor dem Ortsausgangsschild auf der rechten Seite die alleinstehende alte Wassermühle steht. Über eine Aussentreppe gelangt man in einen ca. 80m2 großen rechteckigen Raum mit Holzbalkendecken und Dielenboden. Die Wände sind weiß gekalkte Backsteine mit kleinen Fenstern. Ein freundlicher heller Raum, ideal für Kunstausstellungen.

„Kunst bei die Fische“ sind manuelle Grafiken von 13 Künstlerinnen und Künstler aus der Region um Bremerhaven. Initiator Godehard Pollakowski fand vor einiger Zeit zwei Wesermünder Fischkochbücher aus den 20er Jahren. Die Rezepte dieser Sammlungen gaben die Grundlage für die verschiedenen Druckwerke. Die 13 beteiligten Künstlerinnen und Künstler wählten ein Rezept aus, kochten es nach und wandelten es passend für die heutigen Gegebenheiten ab. Aus dieser Inspiration entwickelten sie dann die Drucke. Dabei entstanden Linol- und Holzschnitte, Fotografien, Siebdruck und weitere experimentelle Technik. Die einzelnen Blätter sind in einer kunstvoll gestalteten Mappe mit den dazu gehörigen Rezepten, im Buchdruck von Michael Jakobs, zu erwerben. Neben den Grafiken der Mappe sind noch weitere Werke in der Ausstellung zu sehen.

Drucke mit reichlich passenden Häppchen
Zur Eröffnung sprach der Galerist Hartwig Struckmeyer einige einführende Worte. Dabei wies er daraufhin, dass diese grafische Kunst nicht darin bestehe die Werke zu deuten, sondern Farben, Formen und Linien immer wieder neu zu gestalten. Die vielfältige Umsetzung der gemeinsamen Aufgabenstellung zeigt das hohe künstlerische Niveau der Beteiligten.


Das Eröffnungsprogramm wurde mit einem Lied von Schubert (Die Forelle), gesungen von Kerstin Harms zur Klavierbegleitung von Hans Olberg abgerundet. Die Galerie ist Sonntags von 15:00 bis 18:00 und nach telefonischer Vereinbarung (Tel.: 04747-1392) geöffnet. Die Ausstellung ist noch bis 12.10.2014 zu sehen. Seite der Galerie Beverstedtermühlen